Transparenz, Beständigkeit und Vernetzung als solides Fundament

Klarer Blick in die Zukunft

Auf keine andere Scheibe schauen die Deutschen so oft, wie auf das Glas ihres Handys. Die spannendste Innovation in diesem Bereich kommt aus Rheinland-Pfalz: Die Schott AG aus Mainz hat weltweit das erste ultradünne Coverglas für faltbare Mobiltelefone entwickelt.

Aber auch an der Bekämpfung der weltweiten Corona-Pandemie haben die Mainzer ihren Anteil: Sie fertigen die Injektionsfläschchen, auch Vials genannt, in denen unter anderem der Impfstoff von BionTech - die nicht weit von Schott entfernt in Mainz „An der Goldgrube 12“ ihren Sitz hat - gelagert und transportiert wird. Schott teilt sich diesen Markt weltweit mit nur zwei anderen Firmen. 

Die rheinland-pfälzische Glasindustrie gehört nicht nur zu den innovativsten der Welt, sondern ist auch mit ihrer breiten Vernetzung in nahezu alle anderen Branchen eine starke Säule des gesamten Wirtschaftsstandortes. Die Palette reicht dabei vom Glas für den besten Weißwein der Welt über die Zulieferung für die Pharmaindustrie, die Chemieindustrie, die Kunst- und Kreativwirtschaft, die industrielle Gesundheitswirtschaft bis hin zur Belieferung des Einzelhandels.

Rheinland-Pfalz besitzt zudem mit seiner starken Metall- und Elektroindustrie ein tragfähiges Gerüst für seinen Wirtschaftsstandort, das auch die Basis für die Anlagen und Maschinen der Glasindustrie bildet: Über 25 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung im Land kommt aus diesem Branchenzweig. Diese Wirtschaftsleistung wird von rund 350.000 Beschäftigten erbracht, also von knapp einem Fünftel aller Erwerbstätigen in Rheinland-Pfalz.

Auch im internationalen Vergleich ist die industrielle Wirtschaftskraft von Rheinland-Pfalz hoch. In großen Volkswirtschaften wie etwa Frankreich, Großbritannien, Japan oder den USA trägt die Industrie deutlich weniger zur Wertschöpfung bei.

WIRTSCHAFTSDATEN

Key Figures

Die überragende Bedeutung der Glas-, Keramik- und Feuerfestindustrie in Rheinland-Pfalz belegen diese Zahlen und Fakten.

In Rheinland-Pfalz wird die enorme Wirtschaftsleistung von rund 350.000 Beschäftigten erbracht.

Das sind knapp ein Fünftel aller Erwerbstätigen in Rheinland-Pfalz.

Die Metall- und Elektroindustrie ist insgesamt für 25 Prozent der Wirtschaftsleistung von Rheinland-Pfalz verantwortlich.

Dieser Branchenzweig bildet auch für die Anlagen und Maschinen der Glas und Keramikindustrie die Basis für ihren Erfolg.

WIRTSCHAFTLICHE LAGE

Geographische Verbreitung

Einen ganz besonderen „Hot Spot“ bildet in der Metallindustrie dabei die Region Westerwald für die branchenbegreifende Schweißtechnologie. Nirgendwo anders gibt es in Deutschland eine vergleichbare Konzentration an Schweißmaschinenherstellern, schweißtechnischen Sondermaschinen- und Anlagenbauern und Schweißanwendern. Da es sich beim Schweißen um eine Querschnittstechnologie handelt, erzielt jede Verbesserung auf diesem Gebiet eine große Breitenwirkung.

Besonders relevant ist das Schweißen für die Branchen Fahrzeugbau - PKW, Nutzfahrzeuge, Schiffe - und dem Maschinen- und Anlagenbau wie z.B. Anlagen für die chemische Industrie, Recyclinganlagen, und erneuerbare Energien wie Windenergieanlagen oder Wasserstofftechnologie.

Ton, Lehm und Wasser waren schon immer die Basis für eine der existenziellsten und kreativsten Entwicklungen des Menschen: das Kochen. Was vor über 15.000 Jahren mit einfachen Keramikgefäßen begann, inspiriert heute mit den neuesten Cerankochfeldern Sterneköch*innen zu Höchstleistungen: Der Norden von Rheinland-Pfalz gehört traditionell mit zu den bedeutendsten keramischen Regionen Europas. Die Standortlage hängt mit der geologischen Verfügbarkeit der mineralischen Rohstoffe insbesondere silikatkeramischer Produkte zusammen.

Schon seit Jahrhunderten stellen hochwertige Tone, wie sie im Westerwald vorgefunden und abgebaut werden, die Grundlage einer vielseitigen Produktpalette dar.

Innerhalb dieses ausgeprägten rheinland-pfälzischen Wirtschaftszweiges finden sich neben den rohstofffördernden und -verarbeitenden Betrieben auch Hersteller von Produkten der Baukeramik, von Fliesen und Platten. Eine Schlüsselrolle spielen auch die Betriebe der Feuerfest-Industrie, die in ihrer Gesamtheit im nördlichen Rheinland-Pfalz die größte Ansammlung feuerfestkeramisch produzierender Unternehmen in Europa darstellt. Ihre Produkte sind essenziell für sämtliche Thermoprozessanlagen der Stahl-, Metall und Grundstoffindustrie sowie innerhalb der Umwelttechnik und chemischen Industrie.

Rheinland-Pfalz besitzt mit seiner starken Metall- und Elektroindustrie ein tragfähiges Gerüst für seinen Wirtschaftsstandort.

VERNETZUNG

Talents & Research

In einem europaweit einzigartigen Zusammenschluss sind acht Institutionen auf den Gebieten der Forschung und Entwicklung, der Lehre, der Unternehmensgründung, der Gestaltung, Kunst und Bewahrung der Keramikgeschichte tätig. Der Wirtschaft dienen hierbei insbesondere praxisnahe Forschung und Entwicklung und Produktprüfung am Forschungsinstitut Glas | Keramik (FGK) und dem Europäischen Zentrum für Feuerfestwerkstoffe (European Centre for Refractories, ECREF), sowie die Lehre an der Hochschule Koblenz am WesterWaldCampus (WWC), der Fachschule sowie an der Berufsbildenden Schule.

Unterstützt wird die Branche zudem von einer deutschlandweit einzigartigen Forschungseinrichtung: Das Technologie-Institut für Metall und Engineering (TIME) als anwendungsorientiertes Forschungs- und Technologietransfer-Institut mit Sitz in Wissen/Sieg versteht sich als externer Forschungs- und Entwicklungspartner für die Metall verarbeitende Unternehmen. TIME bietet dabei Unterstützung bei werkstoffkundlichen Fragen und konkreten schweißtechnischen Problemen, beschäftigt sich darüber hinaus aber intensiv mit der Automatisierung und Digitalisierung von Schweißprozessen bis hin zur Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Schweißtechnik.

Netzwerke

Möglichkeiten für Unternehmensgründungen bieten sich am CeraTechCenter (CTC) sowohl in den Bereichen der klassischen, aber auch der technischen Keramik und neuer keramischer Technologien. Hier befindet sich aktuell das Kompetenzzentrum für die Additive Fertigung von anorganisch-nichtmetallischen Werkstoffen im Aufbau. Ein Gemeinschaftsprojekt des FGK, der Hochschule Koblenz/WWC und der Universität Koblenz-Landau, das durch Mittel des Wirtschaftsministeriums Rheinland-Pfalz (MWVLW) sowie den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ermöglicht wird.

Technologieinstitut für Metall- und Ingenieurwissenschaften (TIME): TIME unterstützt metallverarbeitende Unternehmen von kleinen Projekten bis hin zu langfristigen kollaborativen Entwicklungsprojekten. Dank des breiten Spektrums an werkstoffkundlichen und fügetechnischen Kompetenzen kann TIME effiziente und zielführende Lösungen in der Metallbearbeitung und im Maschinenbau anbieten.

Commercial Vehicle Cluster (CVC): Rund 90 Partner aus Industrie und Wissenschaft kooperieren zu unterschiedlichsten Themen der Nutzfahrzeugindustrie und setzen derzeit die rheinland-pfälzische Wasserstoffstrategie für Nutzfahrzeuge um.

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