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Livestream-Event
„Wein und Hut“

Traditionshandwerk meets Social-Media-Power

So richtig inspirierend und einen ganz aufschlussreichen Einblick in den rheinland-pfälzischen Unternehmer*innengeist gewährend ist das im Frühjahr gestartete Projekt der fünf Mehringer beziehungsweise Trierer Lokalunternehmen.

Ein Zusammenschluss von drei Weingütern aus Mehring, einer Mehringer Designerin für Hutmode und einer Trierer Weinbar-Inhaberin stellte mit dem digitalen Event „Wein und Hut“ eine echte Innovation „Made in Rheinland-Pfalz“ auf die Beine. Online-Weinproben, bei denen man sich ein Paket mit Weinen nach Hause bestellen konnte, welche die Winzer*innen dann vorstellen und kommentieren, sind gerade auch in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wie Pilze aus dem Boden geschossen.

Eva Lenhardt, leitet zusammen mit ihrem Bruder das „Weingut Lenhardt“ in Mehring

Hier jedoch gab es noch das gewisse Extra: Eine Kreation aus dem Atelier der Modistenmeisterin Charlotte Kollmann. Die Pakete waren mit einer Auswahl an hochwertigen Weinen von den Weingütern der drei Winzerinnen Carolin Hoffranzen, Eva Lenhardt und Lena Endesfelder bestückt. Der Vertrieb und das Marketing lagen bei Manuela Schewe, die durch ihre Weinbar „Weinsinnig“ über die nötigen Strukturen und das Marketing-Know-how verfügt. Was die gemeinsame Aktion aber so besonders machte, war die Mischung aus Wein- und Style-Beratung. In der Hut-Werkstatt wurden die Weine und Hutkreationen besprochen und im Livestream die Fragen der Teilnehmer*innen beantwortet: Zum Beispiel welcher Wein und welcher Hut zu welchem Anlass passt oder welche unterschiedlichen Sorten und Modelle es gibt. Ein in dieser Art einzigartiges Event.

Diese Art der lokalen Kooperation ist typisch für die regional nachhaltige Herangehensweise an das eigene Handwerk wie zum Beispiel den Weinanbau oder die Hutmacherei, die Unternehmens- und Mitarbeiter*innenführung bis hin zur Auswahl von Lieferanten, versichern die Unternehmerinnen. Gemeinsam ist man stärker und kann mehr erreichen, das zeigen vor allem Krisenzeiten, in denen belastbare Partnerschaften und die gegenseitige Unterstützung der Unternehmen in der Region einen großen Vorteil darstellen.

Wichtig ist aber auch die ganz eigene Mixtur aus dem Traditionsbewusstsein, wie es zum Beispiel das Familienweingut Hoffranzen in 17. Generation repräsentiert, und der Offenheit für Veränderung, der Experimentierfreude, die nicht nur die jungen Unternehmer*innen auszeichnet. Charlotte Kollmann eröffnete so, während ihr Hutladen geschlossen bleiben musste, kurzerhand einen erfolgreichen Onlineshop. Und Manuela Schewe hat ihr Geschäftsmodell mittlerweile komplett auf Pop-up-Wein-Events mit Social-Media-Begleitung umgestellt. Digitale Weinproben gehören für die Weingüter Endesfelder, Lenhardt und Hoffranzen ebenso zum Alltag wie die regelmäßigen Postings auf Facebook, Instagram, Twitter und Co.

Carolin Hoffranzen führt schon in 17. Generation das Familienweingut Hoffranzen in Mehring

Manuela Schewe, Inhaberin der Trierer Weinbar „Weinsinnig“ ist mittlerweile auf digitale Pop-up Weinevents spezialisiert

Lena Endesfelder, Inhaberin des „Weingut Endesfelder“ war Deutsche Weinkönigin des Jahres 2016/2017

Charlotte Kollmann führt in ihrem Hutladen „hauptsache charlotte“ auch Online-Workshops durch

Trotz aller Innovationsfreude bleiben die Unternehmen doch immer ihrem Kern treu: Familienbetriebe, in denen die Begeisterung und die Leidenschaft für das eigene Produkt an die nächste Generation, die langjährigen Mitarbeiter*innen oder die studentischen Fachkräfte weitergegeben werden.

Von dieser Strahlkraft und dem gelebten Qualitätsbewusstsein wird der Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz getragen, sind sich die fünf Frauen sicher.

Ein weiterer positiver Aspekt ist die Kinderbetreuung in Rheinland-Pfalz. Bei der Betreuung von Kindern zwischen drei und sechs Jahren liegt Rheinland-Pfalz als bestplatziertes altes Bundesland auf dem zweiten Platz im Deutschlandvergleich. Die guten Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder und die sehr guten Ausbildungs- und Bildungseinrichtungen sind ein Faktor mit enormer Auswirkung nicht nur für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Besonderen für Gründerinnen und Unternehmerinnen, sondern auch für die Work-Life-Balance und Lebensqualität der Mitarbeiter*innen.

Guten Fachkräften ein tolles Lebensumfeld bieten zu können, quasi da, wo andere Urlaub machen, ist einfach ein unschlagbares Argument, sind sich die fünf einig.